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Ketamine in der Suchtbehandlung  

Der Abschnitt „Ketamine in der Suchbehandlung“ soll das Konzept der Ketaminpsychotherapie (KPT) vermitteln. Die Forschungsergebnisse zur der Behandlungsmethode sollen Erkenntnisse über die Nützlichkeit der Methode liefern. Im Anschluss soll die Diskussion mögliche Kritikpunkte aufgreifen und erläutern. Im Anhang finden sie weiterführende Links und Literatur um das Thema vertiefen zu können.

 

Ketamine in der Suchtbehandlung

Das Ketamin als chemischer Wirkstoff (Cyclohexanonderivat) wird schon seit längerer Zeit in der Medizin zu Narkosezwecken verwendet. Charakteristisch für die Wirkung des Ketamin ist die Erzeugung einer sogenannten „dissoziativen Anästhesie“. Darunter wird die Erzeugung von Schlaf und Schmerzfreiheit unter weitgehender Erhaltung der Reflextätigkeit, insbesondere der Schutzreflexe, verstanden.

Das Ketamin hat aber noch eine ganz andere Wirkung, welche seit geraumer Zeit, auf ihre Wirksamkeit, in der Suchtbehandlung untersucht wird. In diesem Zusammenhang spricht man von den psychotropen Effekten, die sogenannten Pseudohalluzinationen. Unter Pseudohalluzinationen versteht man, dass die betroffene Person merkt, dass es sich nicht um eine reale Wahrnehmung handelt. Pseudohalluzinationen können auch im Halbschlaf oder bei Übermüdung auftreten. Im Gegensatz zur Halluzination, wo die Person das Gefühl hat tatsächlich Teil eines realen Geschehens zu sein.

Der Einsatz des Ketamin in der Suchtbehandlung soll den normalen Prozess der Psychotherapie steigern. Die bisherigen Suchtehandlungsmethoden (Suchtberatung, Entzug, Rehabilitation etc.) sind durch eine relativ hohe Rückfallquote geprägt und deshalb ist das Verlangen nach neuen Behandlungsmethoden sehr aktuell.

 

Evgeny Krupitsky's Psychodelic Therapy 

Evgeny Krupitsky, russischer Arzt, Forscher und Therapeut ist einer der erfahrensten auf dem Gebiet der Ketaminpsychotherapie. 1985 wurde das Ketamin von ihm zum ersten Mal therapeutisch eingesetzt. Ziel war es Alkoholabhängige von ihrer Sucht zu befreien. Weitere Anwendungsgebiete sind Depressionen, Neurosen und Phobien.

Die Grundlagen für die Vorbereitung auf die eigentliche KPT liegen in der transpersonellen Psychotherapie von Stanislav Grof. Der Klient soll sorgfältig auf die Erfahrungen durch Ketamin vorbereitet werden, somit liegt er in entspannter Atmosphäre auf einem grossen Bett. Im Hintergrund soll leise meditative Musik laufen. Dem Klienten wird eine 6-10  mal niedriegere Dosis Ketamin injiziert, als zur Betäubung vor einem chirurgischen Eingriff notwendig wäre, demnach ist der Klient bei Bewusstsein. Die ins Muskelgewebe verabreichte Injektion hat eine individuelle ausserkörperliche, mystische Erfahrung zur Folge, welche etwa 30- 45 Minuten andauert. Währenddessen sitzt der Therapeut passiv neben dem Bett des Klienten und versucht nach Ablauf der „künstlichen Nahtoderfahrung“, die ca. einstündige „Rückkehr“ des Klienten durch emotionale Unterstützung zu erleichtern.

Der Klient wird dazu aufgefordert seine Erfahrungen am Abend aufzuschreiben. Am nächsten Tag wird mit dem Therapeuten erstmals das Erlebte zusammen aufgearbeitet.

Psychologische Tests welche jeweils vor und nach den Sitzungen durchgeführt wurden, sollen die Entwicklung dokumentieren. Das Testschema welches verwendet wurde entstammt von Kenneth Ring, welcher eine Skala zur psychologischen Bestimmung der spirituellen Entwicklung von Menschen mit Nahtoderfahrungen entwickelt hat.

Krupitskys Team besteht sowohl aus Psychologen als auch Ärzten um möglichst professionell und risikofrei arbeiten zu können. Durch die Behandlung werden den Klienten im Laufe der Sitzungen die Ursachen und die Sinnlosigkeit ihres Drogen- und Akloholkonsums erkennen und den tieferen Sinn verstehen ihres Lebens verstehen. Sie sollen gestärkt aus der Therapie hervor gehen um im Alltag wieder zu bestehen können.
In den vergangenen Jahren behandelte Krupitsky und sein Team mehr als 600 Akloholkranke und das mit überdurchschnittlichem Erfolg. Krupitsky :“ Die Ergebnisse der KPT-Studie bezeugen, dass hinsichtlich der Spiritualität mehr geschieht als die einfache Erzeugung des Anspruches eines alkoholfreien Lebens des Patienten. Diese Ergebnisse belegen die grundlegenden, positiven Veränderungen hinsichtlich des Wertes und Zweckes des Lebens aufgrund der KPT, die Einstellung zu verschiedenen Aspekten von Leben und Tod betreffend, und, in deren Korrektur, der Weltanschauung."

Soweit mir bekannt ist, existiert die KPT nach Krupitsky bisher nur in Russland; Studien zu den Wirkungen von Ketamin werden in den USA und der Schweiz betrieben.

 

Mystik im Gehrin

Ausserkörperliche und mystische Erfahrungen werden im rechten Temporal- oder Schläffenlappen erzeugt. Dieser Bereich ist nicht nur für spontane Nahtoderfahrungen verantwortlich, sondern auch für die künstlich erzeugten Nahtoderfahrungen. Für das Gehirn besteht also kein Unterschied ob die Nahtoderfahrungen unter „normalen“ oder unter künstlichen Bedingungen erzeugt wurden. Der Schläfenlappen macht unser Gehirn gerade so einzigartig. Gerade dieser Bereich ist für komplexe Sprache, Ichbewusstsein, Langzeitplanung, Tagträume und seelenvolles Denken verantwortlich. Jedoch befindet man sich hier in wissenschafltichem Niemandsland, da sich mit unseren heute zur Verfügung stehenden Mitteln nur Theorien aufstellen lassen können wo die Seele sitzt, wenn es überhaupt eine gibt.

Einer der ersten Neurochirurgen, Wilder Penfield, hat bei seinen Untersuchungen feststellen können, dass durch leichte elektrische Reizung des Schläffenlappens einzelene Elemente mystischer Erfahrungen, wie das Empfinden, den Körper zu verlassen, Reise durch den Tunnel, Begegnung mit Verstorbenen und Lichtwesen, abrufbar sind und fand sich in seiner Überzeugung bestätigt, dass alleine die Neuronen des Gehirns das menschliche Denken und Handeln steuern. Grob gesagt meint Penfield dass die Seele im Gehrin durch elektrische Stimulation erzeugt wird.

Ein ganz anderer Ansatz präsentierte Sir John Eccles, Nobelpreisträger für Medizin. Er ist von einer dualistischen Trennung Leib-Seele zutiefst überzeugt. Für ihn wirkt der Geist aif mikroskopische Strukturen des Gehirns ein und steht in Verbindung zur Quantenmechanik.


Ketamine in der Suchtbehandlung

Evgeny Krupitsky's Psychodelic Therapy 

Mystik im Gehirn