Methodik
Definition: Tiergestützte Therapie
Laut Delta Society ist Tiergestützte Therapie – englisch auch animal-assisted therapy (AAT) – eine zielgerichtete Intervention, in welcher ein Tier in den Prozess der Behandlung integriert wird. Die Therapie wird von einer Fachperson, die eine entsprechende Zusatzausbildung gemacht hat, durchgeführt und geleitet.
AAT ist keine eigene Therapieform wie beispielsweise die Verhaltenstherapie oder die Gesprächstherapie, sondern vielmehr eine Ergänzung der individuellen Basis eines Therapeuten. In einer entsprechenden Sitzung kann eine gewünschte Veränderung beim Klienten durch dessen Interaktion mit dem Tier gefördert werden. Es gibt verschiedenste Möglichkeiten, wie AAT in die Arbeit einbezogen werden kann.
Davon abzugrenzen ist die tiergestützte Aktivität – englisch auch animal-assisted activity (AAA) – in welcher ebenfalls ein Nutzen in sozialen, motivationalen, erzieherischen oder entspannungsfördernden Bereichen erzielt werden kann. Der Unterschied zur tiergestützten Therapie liegt darin, dass die Aktivitäten nicht von Fachpersonen überwacht werden müssen und man nicht auf ein bestimmtes klinisches Ziel hin gerichtet arbeitet.
Eines aber darf man bei der therapeutischen Arbeit mit Tieren nie vergessen, nämlich dass sie das qualifizierte Personal nicht ersetzen können. Sie kennen die Situation des Klienten nicht, sondern reagieren direkt und unmittelbar auf die im Zusammenspiel gezeigten Verhaltensweisen.Tiere fördern zudem durch ihre offene und aufrichtige Art eine positive Atmosphäre. Ihre Wirkung auf den Verlauf der Psychotherapie kann nach Prothmann (2007) in zweifacher Hinsicht geschehen:
- Sie wirken auf die einzelnen Personen im Therapieprozess: intrapsychisch bzw. intrapersonale Wirkung wie Entängstigung
- Sie entfalten interpersonale, soziale Wirkungen, fördern die Kommunikation und damit erleichtern sie die Selbstöffnung des Patienten
Tiere lassen den Therapeuten positiver und kompetenter erscheinen, was wiederum für die therapeutische Beziehung förderlich ist. Wie wir seit Rogers wissen, ist genau dies ausschlaggebend für den Erfolg einer Intervention. Diesen positiven Effekt darauf, wie Personen einen Therapeuten wahrnehmen, konnten Schneider & Harley (2006) in einer interessanten Studie zeigen.