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Diagnostische Kriterien für die Spielsucht laut ICD-10 und DSM-IV

 

Nach der ICD-10 (Dilling et al., 1991) besteht die Störung in häufig wiederholtem episodenhaften Glücksspiel, das die Lebensführung der betroffenen Personen beherrscht und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führt. Die Betroffenen setzen ihren Beruf aufs Spiel, machen hohe Schulden und lügen oder handeln ungesetzlich, um ans Geld zu kommen.

 

Diagnostische Leitlinien für pathologisches Glücksspiel (F63.0) nach ICD-10

 

  1. beharrliches, wiederholtes Glücksspiel
  2. anhaltendes Spielen trotz negativer sozialer Konsequenzen, wie Verarmung, gestörte Familienbeziehungen und Zerrüttung der persönlichen Verhältnisse

 

Diagnostische Kriterien für pathologisches Spielen nach DSM-IV

Mindestens 5 der folgenden Merkmale müssen gemäss dem DSM-IV erfüllt sein.

Eine Person...

  1. ist stark eingenommen vom Glücksspiel (z.B. starkes Beschäftigtsein mit gedanklichem Nacherleben vergangener Spielerfahrungen, Nachdenken über Wege, Geld zum Spielen zu beschaffen)
  2. muss mit immer höheren Einsätzen spielen, um die gewünschte Erregung zu erreichen
  3. hat wiederholt erfolglose Versuche unternommen, das Spielen zu kontrollieren, einzuschränken oder aufzugeben
  4. ist unruhig und gereizt beim Versuch, das Spielen einzuschränken oder aufzugeben
  5. spielt, um Problemen zu entkommen oder um eine dysphorische Stimmung zu erleichtern
  6. kehrt, nachdem sie beim Glücksspiel Geld verloren hat, oft am nächsten Tag zurück, um den Verlust auszugleichen
  7. belügt Familienmitglieder, den Therapeuten oder andere, um das Ausmass ihrer Verstrickung in das Spielen zu vertuschen
  8. hat illegale Handlungen wie Fälschung, Diebstahl, Betrug oder Unterschlagung begangen, um das Spielen zu finanzieren
  9. hat eine wichtige Beziehung, seinen Arbeitplatz, Ausbildungs- oder Aufstiegschancen wegen des Spielens gefährdet oder verloren
  10. verlässt sich darauf, dass andere ihr Geld bereiten, um die durch das Spielen verursachte hoffnungslose finanzielle Situation zu überwinden

 

Quelle: DSM-IV

 

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