Entwicklung der Spielsucht

Die Spielsucht ist eine Sucht wie Alkohol- oder Heroinabhängigkeit. Der Unterschied besteht darin, dass dem Betroffenen die Sucht nicht angesehen wird und, dass die Langzeitfolgen nicht organischer Natur sind. Die Spielsucht ist im Gegensatz zu den anderen Suchtformen an eine Tätigkeit gebunden und nicht an eine Substanz. Sie verläuft kontinuierlich und hat ihren Beginn bei dem Nicht-Spieler. Der Erst-Spieler, der grössere Beträge gewinnt, kann der Illusion verfallen, dass er die Macht über den Gewinn, durch sein eigenes Handeln, hat. Somit wird das Spiel mit einem positiven Gefühl gekoppelt und er wird zum Unterhaltungsspieler.
Problematisches Spielverhalten hat psychologische, soziale und ökonomische Konsequenzen. Verglichen mit anderen Formen der Abhängigkeit ist das Spielproblem im Moment eher unbekannt und wird von den Medien wenig thematisiert. Vor allem weil es verglichen mit anderen Abhängigkeiten wenig offensichtliche Anzeichen oder Symptome gibt. Folglich ist es wichtig, die Spieler und deren Umgebung auf Signale und Risiken exzessiven Spielverhaltens aufmerksam zu machen und die Bevölkerung breit zu informieren.
Kinder und Jugendliche
Spielmöglichkeiten sind heute allgegenwärtig und leicht zugänglich. Kinder und Jugendliche scheinen vermehrt Probleme mit Videospielen (Computer, Konsolen) und Glücksspielen zu haben. Obwohl man zuerst dachte, Probleme mit Glücksspielen betreffe nur Erwachsene, zeigen neuere Studien, dass auch Jugendliche ähnliche Probleme aufweisen. Obwohl es ein gesetzliches Zugangsverbot zu verschiedenen Spielformen für Minderjährige gibt, scheint es, dass diese durch die Problematik genauso betroffen sind.
Die zunehmende Internetnutzung der Jugendlichen (Chats, Surfen) wirft neue Fragen für die Gesundheitsverantwortlichen auf. Unter „Internetabhängigkeit“ verstehen einige Forscher die unkontrollierte Internetnutzung, die Erhöhung der Nutzung und die Unfähigkeit aufzuhören. In diesem Zusammenhang werden oft die schulischen Aktivitäten, die Familie, die Arbeit und die Freunde vernachlässigt. Die Gefahr der Internetnutzung liegt in ihrer freien Zugänglichkeit und der multiplen Möglichkeiten, die sie bietet. Der Griff ins Internet ist leicht…..Der User ist nicht mehr verpflichtet das Haus zu verlassen und andere Personen zu treffen.
Videospiele sind heute beliebt und die Mehrheit der Jungen spielen solche Spiele, ohne dass dadurch ein spezifisches Problem entstehen würde. Videospiele können auch die Lesefähigkeit und positive Erfahrungen fördern. Das Verhalten kann eine Aktivität wie jede andere sein, aber eine exzessive Nutzung kann einer normalen Entwicklung und dem emotionalen Zustand der Jugendlichen abträglich sein und kann zu einem Realitätsverlust führen. Somit betreffen die negativen Konsequenzen des Videospiels vor allem diejenigen, die auf eine exzessive Art und Weise spielen. Für Individuen mit einem moderaten Spielverhalten bleiben die schädlichen Effekte zweitrangig. Das Spielen ist bei ihnen zeitlich begrenzt und kann sich spontan durch eine Verminderung des Spielens lösen.
Die mit dem exzessiven Spielverhalten verbundenen Konsequenzen können schwerwiegend sein. Häufig kommt es zu einem Unterbruch einer normalen Beziehung mit der Familie und Freunden aufgrund des problematischen Spielverhaltens. Zudem müssen schulische und finanzielle Schwierigkeiten, sowie Auswirkungen auf die mentale Gesundheit berücksichtigt werden.
Senioren
Eine veröffentlichte epidemiologische Studie (Rihs, 2005) zeigt, dass 46% der regelmässigen Spieler in der Schweiz älter als 55 Jahre alt sind. Dies entspricht etwa der Personenanzahl von 615'905. Diese Altersgruppe scheint anfälliger für ein häufiges Spielverhalten zu sein. Die Alberta Alcohol and Drug Abuse Commission (2000) zeigt, dass viele Leute nach ihrer Pensionierung anfangen zu spielen. Laut Studien vertreiben die älteren Menschen mit Spielen ihre Langeweile und ihre Einsamkeit (Folgen der Pensionierung). Durch das Spielen verlieren sie kontinuierlich ihre Freunde, Nachbarn, Brüder, Schwestern oder Ehepartner, was ihre Gewohnheiten modifiziert. Die Verluste haben soziale und psychologische Auswirkungen und akkumulieren sich, je älter die Person wird.
Ältere Menschen, die regelmässig spielen, geben an, dass sie dies tun um sich zu entspannen, Spass zu haben, um auszugehen, Zeit zu verbringen und weil sie sich langweilen (McNeilly & Burke, 2000). Auch andere Studien weisen auf die besondere Vulnerabilität älterer Menschen hin. Nach McNeilly & Burke (2001) etabliert sich ein pathologisches Spielverhalten viel schneller bei älteren Menschen als bei jungen Erwachsenen. Gerstein et al. (1999) erwähnen, dass die eingesetzten Summen mit dem Alter ansteigen. Mendez et al. (2000) heben hervor, dass das Vorhandensein von kognitiven Defiziten wie einer fortgeschrittenen Demenz einen wichtigen Risikofaktor darstellen (z.B. bei der exzessiven Teilnahme an Lotterien).
Problemspielen bei älteren Leuten ist ein wichtiges Problemfeld. Hat es sich einmal etabliert, ist das Bedürfnis nach Hilfe gross. Ein kleiner monetärer Verlust kann wichtige finanzielle und rechtliche Auswirkungen haben. Selbst wenn eine Person nicht arm ist, ist das Einkommen trotzdem fix limitiert und sie kann nicht arbeiten, um die durch das Spielen entstandenen Verluste zu ersetzen. Die Verarmung ist nicht die einzige Konsequenz eines pathologischen Spielverhaltens: Die Isolation und der körperliche und psychische Verfall dürfen nicht unterschätzt werden (Minore, 2005).
Verträgliches Spielen oder doch pathologisches Glücksspielverhalten?
Es stellt sich nun die Frage, worin sich pathologisches Glücksspielverhalten von verträglichem bzw. harmlosem Spielen unterscheidet. In der Forschung erscheinen folgende Kriterien, welche für die Definition von pathologischem Glücksspielverhalten relevant sind:
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Jedes Glücksspiel beherrscht und strukturiert das Leben der Betroffenen
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SpielerInnen nehmen jede Gelegenheit zu Spielen wahr
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SpielerInnen haben ein unwiderstehliches Verlangen, ein Gefühl des Nichtaufhörenkönnens
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SpielerInnen haben einen Kontrollverlust nach Beginn des Spielens
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Familie und Beruf werden zugunsten des Glücksspiels vernachlässigt. Die SpielerInnen ziehen sich aus ihrem sozialen Umfeld zurück
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Es wird ein Lügengeflecht aufgebaut, um hohe finanzielle Verluste zu vertuschen. Sie spielen heimlich
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Die Gefühle sind in erster Linie auf das Spielen ausgerichtet. Von ihrer Famile entfernen sich die SpielerInnen emotional
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Erfolg wird nur noch beim Glücksspiel gesucht
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Das Glücksspiel macht den Sinn ihres Lebens aus
http://www.suchtpraevention-zh.ch/suchtmittel/spielsucht/spielsucht.htm