Sexueller Missbrauch - Wer ist gefährdet?
Mädchen
3/4 der Opfer von sexueller Gewalt sind Mädchen.
Ein Grund hierfür ist, dass Mädchen als "bequeme Opfer" erscheinen, weil sie häufig keine Widerworte geben und sie gelernt haben, leise, freundlich und fügsam zu sein. Man hat ihnen nicht beigebracht, für sich selbst einzutreten oder "Nein" zu sagen oder sich zu wehren. Gerade Mädchen, die sich sehr brav verhalten, sind gefährdet.
Auch weil in unserer Gesellschaft Grenzüberschreitungen, die zumeist Männer bei Mädchen und Frauen begehen, häufig akzeptiert werden sind so oft Frauen und Mädchen die Opfer.
Ein weiterer Grund ist, dass ein "Nein" von Frauen und Mädchen nicht viel zählt. Im Gegenteil, aufgrund von sozialen Normen fassen Männer immer noch häufig ein "Nein" als "eigentliches Ja" auf oder übergehen das "Nein" einfach. Noch schwieriger hat es ein kleines Mädchen, das vielleicht noch nicht einmal ein "Nein" aussprechen kann. Hier haben die Täter leichtes Spiel. Für sie ist dieses Mädchen ein verfügbares kleines Püppchen, die für eigene sexuelle und andere Bedürfnisse nach Belieben benutzt werden kann.
Auch das bestehende Machtungleichgewicht zuungunsten von Frauen und Mädchen trägt dazu bei, dass die Opfer häufig weiblich sind. Das hieraus entstehende Machtgefälle ermöglicht Machtmissbräuche, die sich in Form von sexualisierter Gewalt äußern kann.
Jungen
Auch Jungen werden Opfer sexualisierter Gewalt.
Dass auch Jungen Opfer sexueller Gewalt werden können, war lange nicht hinreichend bekannt. Und wird auch heute noch von vielen nicht wahrgenommen. Positiv ist, dass dieses Thema heute vorallem in Fachkreisen mehr Aufmerksamkeit bekommt. Dies ist auch aus dem Grunde wichtig, weil Jungen und männliche Jugendliche sich besonders schwer damit tun, sich als Opfer zu offenbaren.
Die betroffenen Jungen erzählen oft niemandem von dem Missbrauch an ihnen, da sie Angst davor haben schwul zu sein oder als schwul zu gelten, da die meisten Täter auch hier männliche Jugendliche oder Männer sind. Häufig wird unter Jungen das Wort schwul als Schimpfwort oder zu massiver Abwertung benutzt.
Ein weiterer Grund dafür, dass sich männliche Opfer häufig niemandem anvertrauen ist, dass sie selbst die Verantwortung für die Tat tragen. Sie glauben also selbst schuld zu sein, da sie sich nicht ausreichend gewehrt haben.
Auch wenden sich missbrauchte Jungen oft nicht an Beratungsstellen weil sie glauben dort auf Menschen zutreffen, die von ihnen verlangen, dass sie ihr Innerstes nach außen kehren. Sie haben Angst, dadurch wehrlos und schwach zu wirken.Oft wenden sich Jungen nicht an Beratungsstellen und erhalten daher viel weniger Hilfe als Mädchen.