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Wie kann ICH die Situation verbessern?  

Mobbing wird durch ganz verschiedene Faktoren beeinflusst und kann nicht allein durch Persönlichkeitsmerkmale des Opfers ausgelöst werden. Trotzdem könnte es Opfern helfen, an ihrer Sozialkompetenz zu arbeiten, um besser mit schwierigen Situationen umgehen zu können.

An dieser Stelle möchten wir dir deshalb anhand einiger Strategien aufzeigen, wie du mit Konflikten umgehen und deine Selbst- und Sozialkompetenz verbessern kannst. Diese Strategien allein werden aber wahrscheinlich nicht ausreichen, wenn du bereits in der Opferrolle bist und unter Mobbing leidest. In diesem Fall solltest du dir wirklich Hilfe holen (siehe: Wie können Aussenstehende mir helfen?). Aber dennoch können die Strategien für dich als Opfer wertvoll sein, in dem sie dir für bestimmte Situationen einen Lösungsansatz aufzeigen.

Somit sind diese Strategien als allgemeine Anregungen für einen guten sozialen Umgang zu verstehen. Sie können dir vielleicht weiterhelfen, wenn du einen Konflikt lösen musst, wenn du früher einmal gemobbt wurdest oder wenn du zukünftig verhindern möchtest, in eine Opferrolle zu kommen. Eine Garantie dafür, niemals in die Rolle des Mobbingopfers zu geraten, können wir dir aber auch mit diesen Strategien nicht liefern. Wie du bereits lesen konntest, sind es ganz viele Faktoren, die den Mobbingprozess beeinflussen können.

Am besten liest du einmal alle Strategien durch und wählst eine oder zwei aus, welche du gerne einüben möchtest. Bei den meisten Strategien findest du Übungen oder Beispiele, womit du das Gelesene gerade üben kannst.  Nimm dir pro Mal nicht mehr als eine oder zwei Strategien zu Herzen, denn sonst wirst du dich womöglich überfordern.

  

Strategien zur Konfliktlösung

Strategie 1: Genau zuhören

Höre aufmerksam zu, wenn dein Gegenüber seinen Standpunkt erklärt und versuche dessen Gefühle und Ansichten zu verstehen.

                                       

 

Strategie 2: Erkläre deinen Standpunkt, ohne den Anderen zu beschuldigen

Drücke deinen Standpunkt und deine Gefühle so aus, dass sie die andere Person nicht verletzen. Benutze dazu „Ich“-Sätze, wie z.B. „ich bin wütend“ oder „ich bin traurig“ anstelle von Schuldzuweisungen wie „du machst mich wütend“ oder „du machst mich traurig“. So ist es leichter für die anderen Personen, dir zuzuhören und du kannst dabei unnötige Konflikte vermeiden. Zusätzlich bringst du deine Gefühle besser rüber und weckst eher Verständnis für deine Anliegen.

Übungen:     

                           

Strategie 3: Zeit nehmen, um einen kühlen Kopf zu bekommen

Wenn du sehr wütend oder aufgebracht bist, kann es besser sein, zuerst abzukühlen und zu beruhigen, um zu einem späteren Zeitpunkt das Problem anzugehen. Starke Gefühle wie Wut, Ärger oder Angst können uns daran hindern, ein Problem zu überdenken und die richtige Entscheidung zu treffen, was wir tun oder sagen wollen. Indem du dich zuerst beruhigst, bevor du handelst, kann ein grösserer Konflikt vermieden werden.

Eine hilfreiche Strategie, um nicht überstürzt zu handeln bei einem Problem, ist das "Stop, Plan and Go Lichtsignal-System".

Übungen:     

  • Entspannungsübungen (Hier bekommst du eine Anleitung für verschiedene Entspannungstechniken, die du selber anwenden kannst.)

                           

 

Strategie 4: Eine gemeinsame Lösung suchen und kompromissbereit sein

Alle Personen, die am Konflikt beteiligt sind, arbeiten zusammen und versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden, die alle akzeptieren können. Um dies zu erreichen, ist es nötig, dass du auch Kompromisse eingehen kannst. Diese Zusammenarbeit funktioniert am besten, wenn sich alle genügend beruhigt haben, um über den Standpunkt des anderen nachzudenken.

Übungen:    

 

Strategie 5: Sich entschuldigen

Wenn du für einen Konflikt verantwortlich bist, sage der anderen Person, dass es dir Leid tut und entschuldige dich dafür, dass dieser Konflikt entstanden ist. Ein Problem entsteht oft dann, wenn eine Person sich schlecht fühlt und davon ausgeht, dass sich die andere Person nicht oder nur ungenügend darum kümmert. Dieses Gefühl kann durch ein „es tut mir Leid“ vermindert werden.

 

Strategie 6: Zeige Humor

Mit Humor kann ein Konflikt aufgelockert werden. Indem du über dich selbst lachst, kannst du die Spannungen zwischen dir und den anderen Personen erleichtern.

Übungen:

  

Strategie 7: Um Hilfe bitten, wenn du sie brauchst

Wenn du selbst bei der Lösung eines Konflikts nicht weiter weisst, ist es hilfreich, eine andere Person zu bitten, einzugreifen und bei der Lösung zu helfen. Eine aussenstehende Person kann eine andere Sichtweise und neue Ideen einbringen, die dir bei der Konfliktlösung nützlich sein können.

 

Strategie 8: Erkennen, wann es besser ist, zu gehen

Wenn du dich in einer Situation befindest, in der die Gefahr besteht, dass du körperlich bedroht oder verletzt wirst, ist es besser, wegzulaufen, anstatt mutig sein zu wollen oder das Gesicht zu wahren.

                                           

 

Strategie 9: Verbesserung und Förderung eines positiven Selbstbildes

Es hat sich gezeigt, dass Mobbingopfer sich oft durch ein eher negatives Selbstbild auszeichnen. Hier kannst du lernen, ein positives Selbstbild zu entwickeln und aufrecht zu erhalten, so dass du deine positiven Seiten kennen und schätzen lernst.

Übungen:     

 

Zur Übersicht. 

 

 

Literatur:

Alsaker, F. D. (2004). Quälgeister und ihre Opfer: Mobbing unter Kindern – und wie man damit umgeht. Bern: Huber.

Schilling, D. (2000). Soziales Lernen in der Grundschule. 50 Übungen, Aktivitäten und Spiele. Mühlheim: Verlag an der Ruhr.

Stallard, P. (2002). Think Good - Feel Good: A Cognitive Behaviour Therapy Workbook for Children and Young People. Chichester West Sussex: John Wiley & Sons Ltd.