Wie können Aussenstehende mir helfen?
Wenn du gemobbt wirst, ist es sehr wichtig, dass du Hilfe von aussen suchst, auch wenn es dir vielleicht Mühe bereitet. Ganz allein aus dem Mobbing-Teufelskreis heraus zu kommen, ist äusserst schwierig, da ganz viele Personen und andere äussere Einflüsse miteinwirken. Die Hilfesuche bei Lehrpersonen, Eltern, Schulpsychologen und -psychologinnen und/oder Freunden und Freundinnen ist daher (oft) unumgänglich und in den meisten Fällen auch hilfreich. In einer englischen Studie berichteten jugendliche Mobbingopfer, die sich mit ihrem Problem an andere Personen wandten, dass sich die Situation verbesserte und etwas gegen ihr Leiden unternommen werden konnte. Nur 13% von ihnen erzählten, dass es nach dem Gespräch mit anderen Personen noch schlimmer geworden ist. Immer schlimmer wird das Mobbing jedoch auch, wenn du nichts dagegen unternimmst. Darum ist es wichtig, dass du nicht abwartest und hoffst, dass es irgendwann wieder besser wird.
Überlege dir doch, wer dir helfen könnte.
Sehr wichtig ist es, dass du mit deiner Lehrperson darüber sprichst.
Oftmals ist es diesen gar nicht richtig bewusst, wenn jemand aus ihrer Klasse gemobbt wird. Zusammen könnt ihr dann überlegen, wie ihr in der Klasse gegen das Mobbing vorgehen könnt.
Du kannst dich aber auch an einen Schulpsychologen oder eine Schulpsychologin wenden.
Schulpsychologen gibt es fast an jedem Ort. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Schüler und Schülerinnen zu beraten, die in der Schule Leistungs- und/oder soziale Schwierigkeiten haben. Die Beratung ist gratis. Die Schulpsychologen stehen unter Schweigepflicht. Auf der Website der Schulpsychologinnen und Schulpsychologen der deutschen Schweiz kannst du herausfinden, wer in deinem Ort zuständig ist für den schulpsychologischen Dienst. Du kannst die Adresse wahrscheinlich aber auch auf der Homepage deiner Schule finden. http://www.schulpsychologie.ch/
An manchen Orten gibt es auch eine Schulsozialarbeitsstelle, an die du dich wenden kannst.
Diese berät unter anderem Kinder und Jugendliche, die mit ihren Mitschülern und Mitschülerinnen Probleme haben, und versucht, mit ihnen und teilweise auch mit der Klasse, Lösungen zu finden. Wenn deine Gemeinde über eine solche Dienststelle verfügt, wirst du sie höchstwahrscheinlich auf der Homepage deiner Schule finden. Ansonsten kannst du die Adresse der Schulsozialarbeitsstelle deines Ortes mit Hilfe einer Suchmaschine im Internet suchen.
Du könntest auch mit Mitschülern und Mitschülerinnen über dein Problem sprechen, die dir schon einmal geholfen haben oder die das Verhalten der Anderen nicht gutheissen, sich jedoch bis jetzt nicht gewagt haben, etwas dagegen zu unternehmen. Natürlich kannst du auch deine Eltern einweihen oder gute Kollegen und Kolleginnen, die du nicht von der Schule her kennst.
Hier findest du nützliche Adressen und Kontaktmöglichkeiten zum Thema Mobbing.
Zurück zur Übersicht.
Literatur:
Alsaker, F. D. (2004). Quälgeister und ihre Opfer: Mobbing unter Kindern – und wie man damit umgeht. Bern: Huber.
Olweus, D. (2006). Gewalt in der Schule: Was Lehrer und Eltern wissen sollten – und tun können (4. durchgesehene Auflage). Bern: Huber.
Kristensen, S. M. & Smith, P. K. (2003). The use of coping strategies by Danish children classed as bullies, victims, bully/victims, and not involved, in response to different (hypothetical) types of bullying. Scandinavian Journal of Psychology, 44, 479-488.