Wie kann ich Umgebung und Tagesablauf besser gestalten?
Betreffend der Umgebung und des Tagesablaufes ist es vor allem wichtig soviel Selbstständigkeit des Erkrankten zu erhalten, wie möglich.
Aufgaben, die der Betroffene noch alleine ausführen kann, sollten unbedingt weiterhin alleine ausgeführt werden. Zu viel Unterstützung kann verunsichernd und kränkend wirken.
Jedoch sollte auch Überforderung vermieden werden, diese kann nämlich Panik, Zorn oder Verweigerung hervorrufen - es ist ein sinnvoller Kompromiss zwischen Eigenständigkeit und Entlastung zu suchen.
Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel, wenn eine Tätigkeit nicht mehr eigenständig ausgeführt werden kann, diese aufzuteilen und dem Demenzerkrankten eigenständig bewältigbare Teilaufgaben zu geben. So behält er ein Gefühl der Eigenständigkeit (Beispiel: beim Kochen: Gemüse putzen).
Wird das Risiko zu groß, sollte die Umgebung an die Situation angepasst werden - zum Beispiel sollten ab einem bestimmten Zeitpunkt Gas- und Elektrogeräte gesichert werden.
Eine gute Beleuchtung der Wohnung ist außerdem wichtig, das räumliche Sehen ist bei einer Demenzerkrankung eingeschänkt - beispielsweise können farbliche Unterschiede auf dem Boden als Stufen wahrgenommen werden. Diese eingeschränkte und verzerrte Wahrnehmung kann irritieren und beängstigend wirken. Eine Nachtbeleuchtung kann sich zusätzlich als äußerst sinnvoll erweisen.
Weiter ist zweckmäßige Kleidung und, falls der Betroffene zum Weglaufen neigt, ein Armband mit Namen- und Adressinformation empfehlenswert.
Dies ist generell ein heikles Thema. Angehörige finden sich häufig in einem Konflikt: Sicherheit versus Eigenständigkeit. Es ist zu bedenken, dass Leben stets mit einem gewissen Risiko verbunden ist - umso mehr man eine Person beschützen will, umso mehr schränkt man sie auch ein. Hier ist ebenfalls ein Kompromiss zwischen Schutz und Freiheit zu finden - die Gewichtung muss nach Situation individuell getroffen werden.
Wie oben schon angedeutet ist Angst ein großes Thema im Kontext mit Demenz. Die zunehmende Abhängigkeit, der Verlust des Vertrauens in sich selbst und ein möglicher Idenditätsverlust wirken bedrohlich und verunsichernd auf Betroffene.
Wichtig ist es in diesem Zusammenhang, dem Angehörigen ein Gefühl von Sicherheit zu geben. Grundlegend gilt hier: Vertrautes vermittelt ein Gefühl von Sicherheit.
Es ist dazu gut möglichst Konstanz in das Leben des Betroffenen zu bringen (bezüglich Umgebung, Bezugsperson, Zeiteinteilung).
Auch ist es häufig gut, alte Gewohnheiten und Rituale des Betroffenen aufrechtzuerhalten. Auch Fotos, Musik und andere Gegenstände von früher können das Gefühl von Vertautheit wecken, außerdem tragen sie zum Erhalt des Selbstbildes und Bewusstsein über die eigene Identität bei.
Desweiteren ist eine klare, jedoch flexible Tagesstruktur häufig sinnvoll - diese nimmt zum einen auch Angst vor dem Unbekannten bzw. Unvorhersehbaren, zum anderen hilft sie bei der zeitlichen Orientierung.
Generell gilt es außerdem den Betroffenen "auf dem Laufenden zu halten". Informieren sie ihn, was als nächstes ansteht und geschehen wird (es kann beispielsweise bedrohlich und verunsichernd wirken, wenn jemand auf ihn zu kommt und beginnt ihn anzuziehen ohne dass er vorher darüber informiert wurde) - auch hier ist die eingeschränkte Verarbeitungskapazität zu beachten! Senden Sie klare Botschaften, vermeiden Sie zu viel Informationen auf einmal.
Auch gut lesbare Uhren und Kalender sind in diesem Zusammenhang oft hilfreich.
Abschließend lässt sich zur Ernährung noch sagen, dass Sie unbedingt darauf achten sollten, dass der Betroffene ausreichend und regelmäßig Flüssigkeit zu sich nimmt!
Außerdem ist eine ausgewogene, vitamin- und fischölreiche Ernährung empfehlenswert.
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