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Demenz - Informationen, Tipps und Adressen für Angehörige  

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Was tun, wenn die Eltern an Demenz erkranken?

 



"
Alte haben gewöhnlich vergessen, dass sie jung gewesen sind, oder sie vergessen, dass sie alt sind, und Junge begreifen nie, dass sie alt werden können." 

Kurt Tucholsky




  1. Was ist Demenz?

  2. Wie erkenne ich, dass meine Eltern an Demenz leiden? Was sind erste Anzeichen für eine Erkrankung?

  3. Was kommt auf uns zu? Wie kann die Krankeit verlaufen?

  4. Was kann ich tun?

  5. An wen können wir uns wenden?



Was ist Demenz?

 

Das Wort Demenz kommt aus dem Lateinischen (dementia) und bedeutet übersetzt "ohne Geist". 
Demenz ist genaugenommen eher ein Symptombild als eine Krankheitsform. Sie ist charakterisiert durch einen hirnorganisch bedingten, pathologischen (nicht altersbedingten) Abbau kognitiver Leistungen, die Ursachen für diesen Abbau können jedoch sehr unterschiedlich sein. Anhand dieser verschiedenen Ursachen werden die einzelnen Formen der Demenz unterschieden.


Generell zeichnet sich Demenz aus durch:

  • Gedächtnisstörungen,
  • Sprachprobleme (Aphasie),
  • Störungen in der Motorik (Apraxie), 
  • Probleme in der Wiedererkennung und Identifikation von Objekten (Agnosie),
  • Beeinträchtigung im abstrakten Denken und Planen und Schwierigkeiten in der Selbstkontrolle (Beeinträchtigungen exekutiven Funktionen).


Die verbreitetsten Formen der Demenz sind die Alzheimer-Krankheit und die vaskuläre Demenz.

Bei der Alzheimer-Krankheit findet eine langsam fortschreitende Zerstörung der Nervenzellen und Nervenzellkontakte statt. Aus diesem Grund ist auch die Informationsweiterleitung und -verarbeitung im Gehirn erschwert und teilweise gar nicht mehr möglich. Der für Demenz charakteristische kognitive Abbau ist die Folge.

Bei dieser Demenzform lassen sich im Gehirn des Erkrankten Eiweißablagerungen feststellen. Diese Ablagerungen in den Nervenzellbündeln verhindern die Signalweiterleitung und haben schließlich die Zerstörung der Nervenzelle zur Folge ("nicht-gebrauchte" Nervenzellen sterben nach einer gewissen Zeit ab).
Außerdem können diese Eiweißablagerungen zusätzlich Blutgefäße im Gehirn betreffen - lagern sich Bestandteile davon in den Wänden der Blutgefäße ab, so kann es zu Störungen der Sauerstoff- und Energieversorgung des Gehirns kommen.
Typische Symptome der Alzheimer-Krankheit sind neben einer Gedächtnisstörung, Beeinträchtigungen des Denk- und Urteilvermögens, die die eigenständige Bewältigung des Alltags erschweren oder unmöglich machen. Weiter können Störungen der Sprache (z.B Wortfindungsschwierigkeiten), der räumliche Leistungen (z.B. Bluse zuknöpfen) oder der Orientierung (bezogen auf Zeit, Ort und Situation) hinzukommen.
Auch Veränderungen der Stimmung und Persönlichkeit werden bei der Diagnose der Demenz berücksichtigt (beispielsweise Stimmungsschwankungen, Rückzugstendenz, mangelnde Rücksichtsnahme auf Angehörige).
  

Bei der vaskulären Demenz kommt es in Folge von Durchblutungsstörungen zu einem Absterben von Nervenzellen, die somit Informationen im Gehirn nicht mehr weiterleiten können. Der häufigste Grund für diese Durchblutungsstörungen sind Blutverdickungen in kleinen Blutgefäßen. Diese führen zu kleinen Schlaganfällen und Schädigungen der Nervenfasern.
Der Beginn der vaskulären Demenz ist oft schleichend, das Fortschreiten geschieht im Unterschied zur Alzheimer-Krankheit allmählich. Einen weiteren Unterschied zur alzheimerischen Erkrankung stellen die Symptome dar. Bei der vaskulärer Demenz ist das Hauptcharakteristikum nicht die Gedächtnisstörung, sondern Verlangsamung, Stimmungslabilität und Schwierigkeiten des Denkens.
Risikofaktoren sind hier Bluthochdruck, Diabetes (diabetes mellitus), Bewegungsmangel, Rauchen, ein hoher Cholesterinspiegel und Übergewicht.

Auch Degenerationen des Stammhirns, Die Lewy-Körperchen-Krankheit, die Parkinson-Krankheit und die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit können zu ähnlichen Symptomatiken führen.

 

Quellen

Wie erkenne ich, dass meine Eltern an Demenz leiden? Was sind erste Anzeichen für eine Erkrankung? 

 

Das Ausmaß der Krankheitssymptome kann deutlich positiv beeinflusst werden, je früher die Krankheit erkannt wird, da es gute medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapiemöglichkeiten an einem frühen Zeitpunkt gibt.
Daher ist es wichtig, eine frühe Diagnose zu treffen.

Wichtig ist es bereits hier, einen Arzt zu kontaktieren und einen Früherkennungstest oder -fragebogen auszufüllen. Dies kann meist Problemlos zuhause und mit Hilfe der Angehörigen geschehen.

Im Rahmen der Erkrankung gibt es generell drei Bereiche menschlichen Handelns, die sich im Verlauf einer Demenzerkrankung verändern: das Denken, die Stimmung und das Alltagsverhalten.
Um diese Bereiche abzufragen, ist es möglich und ratsam einen Früherkennungsfragebogen auszufüllen und entsprechend diesem zu handeln. Eine Möglichkeit wäre hier das ADAM (Allgemeines Demenz Anamnese Modul; Link startet den Download des Tests), ein leicht auszufüllender und verständlicher Test.
Nach der Auswertung des Tests ist es ratsam, einen Arzt zu kontaktieren und ihn über das Ergebnis zu informieren.

Eine Liste von Beschwerden, die auf eine Demenzerkrankung hindeuten:

  • Vergessen kurz zurückliegender Ereignisse
  • Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten auszuführen
  • Sprachstörungen
  • Nachlassendes Interesse an Arbeit, Hobbys und Kontakten
  • Schwierigkeiten, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden
  • Verlust des Überblicks über finanzielle Angelegenheiten
  • Fehleinschätzung von Gefahren
  • Bislang nicht gekannte Stimmungsschwankungen, andauernde Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Misstrauen
  • Hartnäckiges Abstreiten von Fehlern, Irrtümern oder Verwechslungen


Was kommt auf uns zu? Wie kann die Krankheit verlaufen?


Der Verlauf der Alzheimer-Demenz ist relativ Konstant, während andere Demenzen (z.B. bei vaskulärer Demenz) in Schüben auftreten können, sodass sich das Krankheitsbild schlagartig verschlechtern kann. Diese Schübe können von langen Zeiträumen der Stabilität unterbrochen sein.

Bei der Alzheimer-Demenz lassen sich drei Stadien des Krankheitsverlaufes unterscheiden: leichtes, mittleres und schweres Stadium. Durchschnittlich dauert jedes Stadium drei Jahre, eine Prognose für den individuellen Einzelfall lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Im leichten Stadium sind nur komplexe Alltagstätigkeiten betroffen. Hier treten bereits Gedächtnisstörungen auf. Sie behalten Informationen nur noch schlecht, vergessen Termine und wiederholen Fragen. Die Menschen in diesem Stadium nehmen ihre eigene Hilflosigkeit und den geistigen Abbau wahr und können deshalb mit Wut, Angst, Beschämung oder Niedergeschlagenheit reagieren.

Im mittleren Stadium geht dieses Krankheitsgefühl verloren. Die Menschen bringen Vergangenheit und Gegenwart durcheinander, sind desorientiert, wissen oft nicht wo sie sind, vergessen die Namen vertrauter Personen und die Sprache wird undeutlich und inhaltsleer. Ausserdem können die Erkrankten in diesem Stadium ihre Gefühle oft kaum mehr kontrollieren. Wutausbrüche und plötzliche Stimmungsschwankungen sind häufig.

Im späten Stadium ist der Erkrankte vollständig Pflegebedürftig. Die Kontrolle über den eigenen Körper geht verloren - Sprechen, gehen und Kontrolle über Blase und Darm gehen verloren. Die Patienten sind nun bettlägerig und leiden an Schluckstörungen. Dieses Stadium endet mit dem Tod. Die häufigste Todesursache ist hier eine Lungenentzündung.


Was kann ich tun?

 

Gegen die Krankheit selbst kann man bis heute leider noch nichts tun - sie lässt sich nicht heilen. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten Symtome zu lindern, Fähigkeiten möglichst lange aufrecht zu erhalten oder gar zum Teil wiederherzustellen und vor allem die Lebensqualität und das Wohlbefinden des Betroffenen zu verbessern.

Der zunehmende kognitive Abbau (altersbedingt oder krankheitsbedingt) führt häufig zu einer Beeinträchtigung des Selbstwergefühls und des "Ich-Gefühls" - dieser Umstand kann zu einer Depression führen, die wiederum weiteren Abbau zur Folge haben kann. Es entsteht eine Art Teufelskreis - eine Interaktion von psychischen und physischen Effekten, die sich gegenseitig verstärken.
In diesem Zusammenhang sind verschiedene Techniken gefragt, die den Erkrankten aktivieren, motiveren und sein Selbstwert- und Ich-Gefühl stärken.

Im Folgenden soll ein Einblick in verschiedene Möglichkeiten gegeben werden der Erkrankung Demenz und ihren Auswirken zu begegnen und entgegenzuwirken, um so das Wohlbefinden des Betroffenen zu steigern und ihn, ebenso wie auch sich selbst, zu entlasten.
Zunächst werden einige wichtige Hinweise für die Alltagsgestaltung zuhause und den täglichen Umgang miteinander gegeben. Später werden noch einige erfolgversprechende Therapieansätze besprochen, die entweder ambulant oder stationär Anwendung finden können.


                            Was kann ich als Angehöriger tun?
Tipps zur Alltagsgestaltung und dem täglichen Umgang miteinander
                             
Zunächst ist es äusserst empfehlenswert sich gut über die Krankheit zu informieren (Informationen finden Sie unter anderem auf dieser Seite und auf den hier verwiesenen Quellen). So können sie abschätzen, was sie in den nächsten Jahren erwartet und sich besser darauf einstellen. Diese Auseinandersetzung mit der Krankheit wird Ihnen ausserdem helfen, diese als Tatsache hinzunehmen und sich keine falschen Hoffnungen zu machen. Dieses Wissen wird Ihnen Sicherheit geben, sie lernen mit der Situation besser umzugehen und sie für sich, wie auch für ihren Angehörigen bestmöglich zu gestalten. Auch wenn sich diese Krankheit, wie gesagt, nicht heilen lässt, werden die Möglichkeiten ihr entgegenzuwirken und sich mit ihr zu arrangieren noch häufig unterschätzt!

Wie kann ich mit dem Betroffenen besser umgehen?
Wie kann ich die Umgebung und den Tagesablauf besser gestalten?
Wie kann ich selbst mit der Situation besser umgehen?

Auch der Abschnitt "Therapeutische Grundideen" könnte sie eventuell interessieren.


             
                 Was für therapeutische Möglichkeiten gibt es?
       Informationen zu verschiedenen therapeutischen Ansätzen



Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Therapie bei Demenzerkrankungen. Diese therapeutischen Ansätze lassen sich entweder im stationären oder aber auch im ambulanten Kontext umsetzen. Eine Kombination aus verschiedenen Therapieansätzen zeigt sich oftmals als am effektivsten.



Psychotherapie und therapeutische Grundideen
Medikamentöse Therapien
Ergotherapie
Physiotherapie und Kinästhetik
Logopädie
Kunst-, Musik- und Tanztherapien






Quellen


An wen können wir uns wenden?

Schweizerische Alzheimervereinigung:

Alzheimer Telefon: +41(0)24-426 06 06

(Mo-Fr 8-12 und 14-17 Uhr)

- Hilfe für mich:

- Hilfe für meine Eltern:

 

 


Autoren: Inga Gehrmann, Lea Jenny, Max v. Schlippe