Kostenloser Besucherzähler

Alkoholismus  

Artikelbild

To alcohol - the cause of - and solution to all of life's problems!

 

Ich hatte viele Jahre Probleme mit Alkohol, wollte es nicht wahrhaben, da ich auch Zeiten hatte, in denen ich keinen Alkohol getrunken habe. Dann hatte es sich alles zugespitzt, ich trank immer häufiger. Zu meinem Glück hatte ich ein paar gute Freundinnen, die mich darauf hinwiesen. Bald darauf musste ich mir eingestehen, dass ich mein Leben nicht im Griff hatte, der Alkohol hatte mich im Griff. Meine Freundinnen unterstützten mich dabei, trocken zu werden und das war keine leichte Zeit. Ich machte einen kalten Entzug zuhause, und dazwischen auch Zeiten, in denen ich auch wieder rückfällig wurde. Mit gutem Zureden von meinen Freundinnen bin ich dann in eine Klinik gegangen. In der Entzugsklinik machten mir die Ärzte klar, das die Entgiftung alleine nicht so viel bringen würde und es besser wäre, wenn ich auch noch eine Therapie machen würde, was ich anfangs rigoros ablehnte. Musste mir aber eingestehen, dass ich es alleine nicht schaffen würde, über längere Zeit trocken zu bleiben. Nach ca. 8 Wochen war ich bereit, eine Langzeittherapie zu machen. Ich kam in Therapie, wo ich 7 Monate blieb. Es war eine harte aber auch schöne Zeit. Es hat mir einiges gebracht, denn sonst wäre ich nicht seit der Zeit trocken. 

Was heisst es, alkoholsüchtig zu sein?

Hat man ein Alkoholproblem, wenn man am Wochenende ein Paar Bierchen trinkt?

Wie wird Alkoholabhängigkeit behandelt?

Was kann man tun, um Rückfälle zu vermeiden?

Auf dieser Seite finden Sie:

     

 

Symptome und Klassifikation

Zuerst einmal unterscheidet man zwischen Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit. Die Amerikanische Psychologieverband(APA) definiert den Missbrauch nach 4 Punkten, von denen mindestens einer in den letzten 12 Monaten aufgetreten sein muss: 

1. Der wiederholte Alkoholgebrauch führt zur Beeinträchtigung der Verpflichtungen am Arbeitsplatz, in der Schule oder zuhause. Bsp.: Ernst hat gestern mal wieder soviel getrunken, dass er zu spät und verkatert zur Arbeit kam und sich nur schlecht konzentrieren kann.

2. Wiederholter Gebrauch von Alkohol in Situationen, in denen der Gebrauch eine körperliche Gefährdung darstellt. Bsp.: Bernd ist ein guter Skifahrer. Daher kann er es sich leisten, in der Mittagspause auf der Skihütte ein paar Bier und Schnäpse mit seinen Freunden zu trinken. Nach dem Après-Ski unten im Tal (und weiteren Bierrunden), fährt er bestens gelaunt mit seinem Audi nach Hause.

3. Wiederholte alkoholbedingte Rechtsverstösse. Bsp.: Obwohl Klaus seinen Führerschein schon einmal wegen Trunkenheit am Steuer verloren hat, fährt er nach einem guten Essen mit reichlich Rotwein doch noch die "paar Meter" nach Hause.

4. Obwohl durchgehende oder wiederholt auftretende soziale oder interpersonelle Probleme durch den Alkoholgebrauch verursacht oder verstärkt werden, wird dieser fortgesetzt. Bsp.: Simone hat schon öfter furchtbar mit ihrem Freund gestritten, wenn sie zuviel getrunken hatte. Obwohl er sie darauf hin verlassen hat, trinkt sie weiter. Gerade in dieser schwierigen Zeit, hilft ihr der Alkohol gegen aufkeimende Einsamkeit und Schuldgefühle.

Bei der Alkoholabhängigkeit müssen mindestens 3 der folgenden Punkte innerhalb von einem Jahr zutreffen:

1. Toleranzentwicklung: Verlangen nach Dosissteigerung, immer mehr und/oder verminderte Wirkung derselben Dosis. Bsp: Früher war Rainer nach drei Bieren betrunken, heute braucht er dafür 10.

2. Entzugssymptome: Charakteristisches Entzugssyndrom bei Fehlen von Alkohol und/oder Alkohol wird eingenommen, um die Symptome zu lindern. Bsp.: Erwin trinkt gern Bier, Wein mag er nicht so, aber wenn er kein Bier mehr im Haus hat und seine Hände schon anfangen zu zittern, trinkt er eben ein paar Gläschen Wein, bis das Zittern aufhört.

3. Der Alkohol wird in grösseren Mengen und mehr als beabsichtigt eingenommen: Eva wollte heute abend eigentlich nur ein Glas Weisswein trinken, sie überlegt kurz und genehmigt sich dann doch ein paar Gläschen mehr.

4. Anhaltender Wunsch oder erfolglose Versuche, weniger zu trinken: Obwohl Raphael sich morgens vorgenommen hat, eine Zeit lang kein Alkohol zu trinken, sitzt er abends in seiner Stammkneipe und bestellt beim Wirt ein Bier.

5. Viel Zeit für Aktivitäten rund um Alkohol: Konstanze arbeitet als Briefträgerin. Sie beendet ihre morgendliche Tour so schnell wie möglich, um noch vor dem Mittagessen in einem abgelegenen Kiosk zwei kleine Flaschen Schnaps zu kaufen. Diese drinkt sie sofort, durch das Mittagessen und anschliessendes Zähneputzen bemerkt keiner ihren Alkoholatem.

6. Wichtige soziale, berufliche oder freizeitliche Aktivitäten werden aufgrund des Alkoholmissbrauchs eingeschränkt oder ganz aufgegeben: Früher hat Holger viel Sport gemacht, war im Fussballverein. Obwohl er erst 27 Jahre alt ist, trinkt er heute lieber Hochprozentiges und schaut fern.

7. Fortgesetzter Alkoholmissbrauch trotz Bemerken von Problemen durch den Alkohol: Obwohl Dieters Hausarzt ihm geraten hat, wegen seiner schlechten Leberwerte weniger zu trinken, kauft Dieter zwei Kästen Bier fürs Wochenende. 

Zeitlich gesehen kommt der Missbrauch vor der Abhängigkeit. Beim Missbrauch sind erste Anzeichen und Probleme erkennbar. Oft ist die Veränderung in dieser Phase leichter zu bewirken, da psychische, soziale und körperliche Probleme noch nicht das Ausmass wie bei der Abhängigkeit haben. Allerdings ist es bei Betroffenen auch oft schwieriger, Einsicht und Motivation zu erwirken. Es geht ihnen noch relativ gut, ein Alkoholproblem können sie, noch einigermassen überzeugt, abstreiten. An manche Krankenhäuser sind daher Therapieeinrichtungen angeschlossen. Medizinische Patienten, die Anzeichen einer Alkoholproblematik zeigen, können hier leicht und frühzeitig erreicht werden, um somit die drohende Abhängigkeit möglicherweise abzuwenden.

Bei der Diagnose Abhängigkeit können objektive Daten wie Entzugserscheinungen oder ein Toleranztest erhoben werden. Beim Missbrauch ist dies schwieriger, Selbstbeurteilungsinformationen spielen hier eine wichtige Rolle. Ein sogenanntes Screening-Verfahren( eine Art Kurztest) ist für den Hausarzt gedacht. Der CAGE-Test besteht aus nur 4 Fragen:

1. Haben Sie (erfolglos) versucht, Ihren Alkoholkonsum einzuschränken?

2. Haben andere Personen Ihr Trinkverhalten kritisiert und Sie damit verärgert?

3. Hatten Sie schon Schuldgefühle wegen Ihres Alkoholkonsums?

4. Haben Sie jemals schon gleich nach dem aufstehen getrunken, um 'in die Gänge zu kommen' oder sich zu beruhigen?

Werden mindestens 2 der Fragen mit "Ja" beantwortet, ist das ein Hinweis auf ein Alkoholproblem und sollte weiter abgeklärt werden. 

zurück

Ursachen

Es gibt verschiedene Gründe, weshalb Menschen Alkohol trinken. Wie die meisten von uns nachvollziehen können, ist der Hauptgrund Geselligkeit. Schliesslich sitzt man nicht gerne alleine vor seinem Bier. Auch der Geschmack der Getränke spielt eine grosse Rolle. Viele Menschen trinken zudem, weil sie sich dadurch lockerer fühlen. Einige trinken auch, um betrunken zu werden oder weil andere Leute trinken.

Diese Gründe beschreiben jedoch nicht Ursachen des Alkoholismus, sondern die des unproblematischen Gesellschaftstrinken. Es kann dennoch passieren, dass dieses scheinbar harmlose Trinkverhalten in Alkoholismus umschlagen kann. Besonders problematisch ist es, wenn man trinkt, um Probleme zu vergessen. Einige kritische Lebensereignisse, die auftauchen und somit zu vermehrtem Alkoholkonsum führen könnten, sind beispielsweise Geldnot, Arbeitsplatzverlust, Einsamkeit und viele mehr. Es heisst jedoch nicht, dass jemand, der solche Probleme durchlebt, gleich Alkoholiker wird. Es spielen noch eine Reihe weiterer Ursachen eine wichtige Rolle. Allerdings ist das Risiko alkoholsüchtig zu werden grösser.

Neurologische Einflüsse

Alkohol hat eine Wirkung auf das Gehirn. In den Nervenzellen werden verschiedene Stoffe freigesetzt, die Glücksgefühle hervorrufen. Daher fühlen wir uns nach ein paar Gläschen lockerer und fröhlicher. Durch Alkohol wird also ein künstliches Wohlgefühl freigesetzt. Allerdings tritt bei übermässigem Alkoholkonsum eine sogenannte Toleranzsteigerung auf. Das heisst, eine Person muss immer mehr trinken, um das gleiche Glücksgefühl wiederzuerlangen, das er früher mit weniger Gläsern erreichen konnte. Lässt man nun den Alkohol weg, ist der Körper nicht mehr in der Lage, genügend Botenstoffe selbständig herzustellen, da das bis dahin der Alkohol für ihn übernommen hat. Deswegen fühlt man sich unwohler als vorher.

Die Forschung der biochemischen Vorgänge im Gehirn hat ausserdem die Erkenntnis gebracht, dass bei gewissen Menschen weniger der Botenstoffe (wie GABA, Endorphine, Serotonin und Dopamin) im Gehirn zirkulieren, die für das Wohlbefinden zuständig sind. Dadurch sind sie unausgeglichener.  Es wurde herausgefunden, dass dieses Phänomen vor allem bei Abhängigen auftritt und man vermutet, dass es dafür eine genetische Veranlagung gibt.

Es ist aber zu vermuten, dass eine grosse Anzahl anderer Mechanismen und Zusammenhänge in den biochemischen Vorgängen, die bisher noch nicht bekannt sind, für die Abhängigkeit eine Rolle spielen.

Genetische Einflüsse

Ist Alkoholismus vererbbar? Es spricht vieles dafür, dass Kinder von Alkoholikern eher dazu tendieren, selbst Alkoholiker zu werden als Kinder von Nicht-Alkoholiker. In der Forschung wird diskutiert, dass die Alkoholabhängigkeit zu 50%  erblich beziehungsweise genetisch ist.  

Das bedeutet nicht, dass es ein Alkoholismus-Gen an sich gibt.. Es können jedoch Persönlichkeitseigenschaften (wie emotionale Labilität),  die das Auftreten des Alkoholismus fördern, an die Kinder weitervererbt werden.

Als Vorbilder können Eltern eine Reihe an Verhaltensweisen an die Kinder weitergeben. Benutzen Eltern Alkohol zum Probleme lösen, ist es wahrscheinlicher, dass die Kinder als Problemlösestrategie auch zur Flasche greifen. Dadurch lernen sie jedoch keine angemessenen Strategien, was wiederum ihr Selbstwertgefühl beeinflusst und ihre Hilflosigkeit fördert. Dies verstärkt zusätzlich das Risiko, alkoholsüchtig zu werden.

Soziale Einflüsse

Wie wir schon oben erwähnt haben, werden Kinder von Alkoholikern in ihrem Verhalten stark negativ beeinflusst.

Eine wichtige Rolle spielt auch die Gesellschaft. Alkohol trinken wird akzeptiert und in einigen Fällen sogar erwünscht. Wenn man beispielsweise Mitglied in einer Studentenverbindung ist, wird man komisch angeschaut, wenn man nicht mittrinkt. Als Besitzer einer Kneipe ist es schon fast ein Muss, mit seinen Stammkunden ein Bier zu trinken. Kurz gesagt, ist Alkohol in unserer Gesellschaft allgegenwärtig.

Am Arbeitsplatz gibt es unzählige Risikofaktoren, die die Suchtentstehung begünstigen, wie beispielsweise Arbeitsplatzunsicherheit, Über-/Unterforderung, schwierige Chefs und Kollegen und die zunehmenden Anforderungen und Stress, im heutigen Berufsleben stetig wachsen. Aufgrund der vorher erwähnten Einflüsse gibt es einige Berufszweige, bei denen die Arbeiter besonders anfällig sind (z.B. Schichtarbeiter, Manager, Köche...).

Es gibt also eine Reihe von Faktoren, die dazu beitragen, dass eine Person übermässig Alkohol trinkt. Es gibt nicht eine Suchtpersönlichkeit, ein bestimmtes Gen oder eine ungünstige Familienkonstellation, die Sucht auslösen, sondern viele miteinander verbundenen Mechanismen, die über Jahre hinweg zu einer Suchtentstehung führen. Zusätzlich können auch andere psychische Störungen dazu beitragen, dem Alkohol zu verfallen.

Ist man dem Alkohol verfallen, ist es Schwerstarbeit wieder davon wegzukommen. Alkoholiker lernen, dass man durch Alkoholkonsum positive Gefühle entwickeln und negative eher unterdrücken kann. Dadurch verstärken sich ihre Erwartungen an den Alkohol und sie trinken öfter. Gerade für die Therapie ist es wichtig, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.

zurück

Behandlung

"Es ist keine Schande Alkoholiker zu sein, wohl aber, nichts dagegen zu tun..."

Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich über 10 bis 15 Jahre. Die Behandlung vom Alkoholismus erstreckt sich ebenso über mehrere Jahre.

Die Ziele einer nachhaltigen Behandlung von Alkoholabhängigkeit sind: vollständige Abstinenz, kontrolliertes Trinken und Vermeidung von Rückfällen. 

Behandlungsphasen

Die Behandlung vom Alkoholismus lässt sich in vier verschiedene Phasen unterteilen, die nicht immer eindeutig voreinander zu trennen sind:

  1. Kontakt- und Motivierungsphase,
  2. Entgiftungsphase,
  3. Entwöhnungsphase,
  4. Weiterbehandlung- und Nachsorgephase.

Kontakt- und Motivierungsphase

Bei alkoholabhängigen Menschen mangelt es oft an Bereitschaft, sich behandeln zu lassen. Sie glauben, dass sie mit der Krankheit zurecht kommen.

Das wichtigste Behandlungsziel in dieser Phase ist, dem Menschen zu helfen, die Notwendigkeit einer Therapie einzusehen. Das könnte durch Gespräche und Informationen oder durch den Kontakt mit anderen Alkoholkranken geschehen.

Für die Kontaktphase sind Informationsgruppen, zu denen auch der Partner kommen sollte, besonders geeignet.

Entgiftungsphase

Bei einer leichten Alkoholabhängigkeit kann der Patient möglicherweise alleine den Entzug schaffen. Im Falle eine stärkeren Abhängigkeit, muss der Entzug unter professioneller Hilfe, oft unter Einsatz von Medikamenten, durchgeführt werden. Wenn möglich wird dies ambulant bei einem Arzt oder in einer Klinik stattfinden. In einigen Fällen mit sehr schwerer Abhängigkeit ist ein Aufenthalt in einem Krankenhaus oder einer psychiatrischen Klinik notwendig. Die Entzugsphase dauert Tage bis einige Wochen.

Bei einem Alkoholentzug wird der Alkohol abrupt abgesetzt. Dabei können starke Entzugserscheinungen auftreten wie z.B. Übelkeit, Nervosität, Schlafstörungen, starker Drang, Alkohol trinken zu müssen ("Saufdruck"), Gereiztheit und Depression. Wenn die körperliche Abhängigkeit schon weiter fortgeschritten ist, können z.B. starkes Schwitzen, Zittern(vor allem der Hände) etc. auftreten. Die Entzugserscheinungen werden medikamentös behandelt. Deshalb erfolgt die Entgiftung stationär unter ärztlicher Aufsicht in einer speziellen Entgiftungsstation für Alkoholkranke. Dort wird dann auch die Langzeittherapie eingeleitet und der Kontakt mit Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen geknüpft. Die stationäre Entgiftung dauert acht bis 14 Tage.

Entwöhnungsphase

Nach der ambulanten oder stationären Entgiftung kommen verschiedene Therapieformen der  Entwöhnung und Begleitung in Frage, um eine langfristige Verbesserung der Lebensqualität des oder der Abhängigen zu erreichen:

  1. medikamentöse Behandlung,
  2. psychotherapeutische Behandlung: zum Beispiel Verhaltenstherapie, Motivationsförderung, soziale Begleitung, aufsuchende Betreuung, Selbsthilfegruppen...

Das Ziel der Entwöhnungsphase ist es, die Abhängigkeit vom Alkohol zu unterbrechen. Dazu ist es notwendig, die Einstellung des Alkoholkranken zu ändern. Dies betrifft sein Verhältnis zu sich selbst und zu seinen Mitmenschen.

Da Alkoholismus niemals nur ein rein "körperliches" Problem ist, sollte eine Medikamentengabe von einer psychotherapeutischen Behandlung begleitet werden.  Ohne die Veränderung der Lebensgewohnheiten nützen die Medikamente wenig - im Gegenteil, sie stellen für den Organismus eine zusätzliche starke Belastung dar.

Es ist wichtig, dass die Behandlung auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist. Die derzeitige Situation des Patienten, seine Stimmungslage, charakterliche Verfassung und Motivation geben Hinweise darauf, welche Therapieformen angezeigt sind. Alle diese Methoden können in Einzelsitzungen oder/und in einer Gruppe durchgeführt werden. Die Gruppentherapie hat sich als die wirksamste Behandlungsmethode für Alkoholkranke erwiesen. 

Entsprechende Therapien werden meist in speziellen Suchtkliniken als Langzeit- oder Kurzzeittherapie durchgeführt.

Weiterbehandlung und Nachsorgephase

Die Zeit unmittelbar nach einer abgeschlossenen Entwöhnungsbehandlung ist für den Alkoholkranken sehr problematisch und deshalb für einen Rückfall sehr gefährlich. Er muss sich nach einem langzeitigen Aufenthalt in einem Suchtfachkrankenhaus u.a. erst wieder an sein Zuhause gewöhnen,  wieder beginnen zu arbeiten und am sozialen Leben teilnehmen. Über Wiedereingliederung von trockenen Alkoholikern können Sie mehr auf der Seite "Wiedereingliederung nach Alkoholismus" erfahren.

zurück

Der Weg aus der Abhängigkeit:

1. Eingeständnis der Abhängigkeit

Jeder Anfang ist schwer. Das wichtigste ist, sich einzugestehen, dass Sie ein Alkoholproblem haben und Hilfe brauchen.

2. Suche und Annahme von Hilfe

Wenn Sie bereit sind, Unterstützung anzunehmen, sollten Sie sich an ihren Arzt, an einen Therapeuten oder an eine Beratungsstelle für Abhängigkeitskranke wenden.

3. Kontakt zur Beratungsstelle

Nach Vereinbarung eines Termins führen Sie ein erstes streng vertrauliches Gespräch mit einem Berater/in. Sie können ihre persönliche Situation schildern und es wird dann gemeinsam das weitere Vorgehen besprochen. So ist z.B. unter Einbeziehung eines Arztes zu klären, ob eine ambulante Entgiftung möglich ist oder eine stationäre Behandlung nötig ist. 

4. Der Weg in eine Fachklinik

Falls eine längerfristige stationäre Behandlung erforderlich ist, wird Sie die Beratungsstelle bei allen Formalitäten unterstützen, sowie die Kostenübernahme klären.

5. Der Aufenthalt in der Fachklinik

In der Klinik werden Sie während der Abstinenzzeit von Ärzten und Therapeuten unterstützt. Sie werden mit Ihnen auch Perspektiven hinsichtlich persönlicher, sozialer und beruflicher Fragen entwickeln.

6. Die Zeit nach der Behandlung

Nach einer stationären Behandlung steht Ihnen weiter die Beratungsstelle im Rahmen einer Nachbehandlung zur Verfügung und unterstützt Sie auf ihrem weiteren Lebensweg. Es ist auch empfehlenswert an einer Selbsthilfegruppe teilzunehmen. In dieser Phase geht es um die Neugestaltung eines besseren Lebens ohne Alkohol.

Weitere Informationen und Adressen von Beratungsstellen finden Sie unter Nützliche Links 

zurück

Verhaltenstherapie

 

Das Vorgehen eines verhaltenstherapeutischen Programms fängt mit der Versuch an, das problematische Konsumverhalten zu erfassen. Das Konsumverhalten soll umfassend beobachtet und dokumentiert werden. Mit dem Patient werden die problematischen Situationen (Auslöser, Konsequenzen des Trinkverhaltens, Häufigkeit) besprochen. Die Phasen und Situationen mit eingeschränktem Alkoholkonsum werden ebenso erfasst. Die Patienten werden dann angeregt, alternative Verhaltensmöglichkeiten auf die problematischen Konsumsituationen zu erlernen, die Konsequenzen des alternativen Verhaltens abzuschätzen, die Alternativen in einen Rang einzureihen und dann konkrete Handlungsschritte zu entwickeln. Es wird mit jedem Patient individuell das Trinkziel festgelegt.

Verhaltenstherapeutische Ansätze (Methoden und Techniken) bei Alkoholabhängigkeit:

  • Klasische Konditionierung: Chemische Aversion (Einsatz von übelkeitauslösenden Mitteln), Covert Sensitization (das ungewünschte Verhalten wird an unangenehme Vorstellungen gekoppelt);
  • Exposition und Reaktionsverhinderung (der Patient wird mit Trinkauslösern konfrontiert und gleichzeitig am Trinken gehindert, was eine Löschung bewirken soll): Cue-Exposure;
  • Operante Ansätze (gewünschtes Verhalten soll durch die Beeinflussung der Verhaltenskonsequenzen verstärkt und ungewünschtes geschwächt werden): Kontigenzmanagement, Community-Reinforcement;
  • Coping Skills Training (Aufbau von inter- und intrapersonellen Fertigkeiten): Selbstsicherheitstraining, Ablehnungstraining, Ehetraining, Entspannungstraining, Systematische Desensibilisierung;
  • Multimodale Ansätze (es wird versucht nicht nur das Trinkverhalten zu verändern, sondern auch alle anderen Bereiche im Leben des Patienten, die das Trinken beeinflussen) ;
  • Selbstkontroll- und Selbstmanagementansätze (Vermittlung von Techniken zur Bewältigung von Risikosituationen): Therapeutischer Vertrag, Gedankenstop, Problemlösetraining, Selbstsicherheit;

    zurück

    Kontrolliertes Trinken

    Wenn keine Alkoholabhängigkeit vorliegt, ist das kontrollierte Trinken als Therapieziel akzeptabel. Dabei sollten die folgenden Vorgaben berücksichtigt werden.

    - die Trinkmenge und -regeln: z.B: nicht mehr als drei Trinkeinheiten (ca. 10g reinen Alkohol) am Tag und nicht mehr als vier Tagen in der Woche; nicht mehr als eine Trinkeinheit pro Stunde; vor dem geplanten Konsum 20 Minuten abwarten, nie vor 17 Uhr trinken etc.

    - kein Alkoholkonsum unter Hoch-Risiko-Bedingungen (z.B. nicht in kritischen Situationen, wie zur Entspannung am Arbeitsplatz ).
    Kommt ein kontrolliertes Konsum als Therapie in Frage, könnten folgende Verfahren eingesetzt werden: kurze fachliche Ratschläge, Selbstkontrollbücher oder Kurzinterventionen.

    zurück

    Rückfälle

    Rückfälle sind normal. Sie gehören zum Krankheitsbild Alkoholismus. Die emotionalen, körperlichen und sozialen Veränderungen durch lang anhaltende Abhängigkeit sind so stark, dass eine rasche Umstellung sehr viel Kraft benötigt.
    Das Risiko für einen Rückfall steigt:

    • mit jedem Rückfall
    • mit längerer und stärker Abhängigkeit
    • mit Depressionen, Ängsten, geringem Selbstwertgefühl
    • mit Einsamkeit und Isolation (kein Partner, wenige Freunde...)
    • mit Dauerstress (mit Freunden, Familie, auf der Arbeit..)
    • mit entscheidenden Veränderungen (Verlust des Arbeitsplatzes, der Partnerschaft)
    • mit der Unfähigkeit, "Nein" sagen zu können.  
      Beispiel eines Rückfall-Prävention-Traigings

    "Strukturiertes Trainingprogramm zur Alkohol-Rückfallprävention" (S.T.A.R.; Körkel & Schindler, 2003) kann in ambulanter, stationärer oder teilstationärer Alkoholismusbehandlung eingesetzt werden.  Im Programm werden zunächst die Grundinformationen über die Rückfälligkeit vermittelt und die Vorteile und Nachteile der Abstinenz erarbeitet. Es wird über Hochrisiko- und soziale Situationen gesprochen. Der Patient lernt verschiedene Möglichkeiten, Trinkaufforderungen abzulehnen. Er lernt auch, wie man die anderen Personen in seiner Umgebung über die eigene Abhängigkeit informiert. Es werden dann die unangenehmen Gefühle, die einen in Alltag belasten, angesprochen. Die persönlichen Möglichkeiten für den Umgang mit dem Phänomen "Alkoholverlangen" werden erarbeitet. Als nächstes setzt sich der Patient mit der Vorstellung über persönliche Rückfallverläufe auseinander, was ihm die Bewältigungszuversicht gibt, nach einem Ausrutscher wieder zur Abstinenz zurückkehren zu können. Der Patient wird ermutigt, mit den vertrauten Personen über die Möglichkeit des Rückfalls zu sprechen und wird auf diese Gespräche vorbereitet. Am Ende kommen die Informationen über die Wichtigkeit von der Nachsorge und er wird angeregt, an einer Selbsthilfegruppe oder einem anderen Nachsorgeangebot teilzunehmen.


    Tipps und Tricks für Rückfallgefährdete:

    • Unternehmen Sie viele Freizeitaktivitäten, die Ihnen gefallen und die Sie entspannen.
    • Meiden Sie Menschenmengen.
    • Schlafstörungen sind normal und werden wieder verschwinden.
    • Sollten Sie einen unbekannten Arzt aufsuchen oder einmal ins Krankenhaus kommen, weisen Sie das Personal darauf hin, dass Sie "trockener" Alkoholiker sind, damit man Ihnen keine alkoholhaltigen Medikamente verabreicht.

    zurück

    Nützliche Links:

    http://www.sfa-ispa.ch/

    http://www.blaueskreuz.ch/

    http://www.anonyme-alkoholiker.ch/

    http://www.stadt-zuerich.ch/content/dam/stzh/sd/Deutsch/Wegweiser-ML/Merkblaetter%20und%20Formulare/Sucht_&_Drogen/Sucht_Beratungsstellen.pdf 

    zurück

    Quellen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Alkoholismus

    http://www.alkoholratgeber.de/

    http://www.alkoholsucht.eu/

    http://www.alkoholsucht.btonline.de/

  • Bühringer, G.(2005). Störungen durch psychotrope Substanzen: Intervention. In M.Perrez & U.Baumann (Hrsg.), Lehrbuch Klinische Psychologie-Psychotherapie (3. vollständig überarbeitete Auflage)(S.782-805) Bern: Huber

    Körkel, J.(2006). Rüchfallpräventionstraining. In F.J.Schermer & A.Weber (Hrsg.), Methoden der Verhaltensänderung: Komplexe Interventionsprogramme (S.133-171) Stuttgart: W.Kohlhammer Verlag

    Veltrup, C. & Batra A.(2006). Suchterkrankungen. In A.Batra, R.

    zurück

    Autoren:

    Teodora Gugleta

    Jana Schaffner

    Daniel Oschwald  

    Valentina Kraus

    Fabienne Herzog

    Bücher Tipps:

    "Alkoholismus, Missbrauch und Abhängigkeit"

    Michael Soyka, Heinrich Küfner; Georg Thieme Verlag (2007)

    "Rückfallprävention bei Alkoholismus"

    Susanne Wilcken, Michael Rochow; Huber Hans (2000)

     

     

    "Integrative Verhaltenstherapie bei Alkoholabhängigkeit"

    W. Burtscheidt, Springer (2001)

     

     "Lieber schlau als blau"

    Johannes Lindenmeyer, Beltz Psychologie Verlag Union, Beltz (2001)